Mrz 06 2012

Höhlen auf Mallorca

Eine Besonderheit der mallorquinischen Kliffküste sind ihre Höhlen. Fünf Höhlensysteme gibt es hier in dichter Nachbarschaft zueinander. Sie sind alle das Ergebnis von Verkarstungsprozessen im Kalkgestein der Küste und wohl nach den gleichen Prinzipien entstanden. Dazu gehören auch die Coves d’Arta.

In der Nähe von Porto Christo schufen Meer und Niederschlagswasser in gemeinsamer Arbeit das berühmteste System, die Coves del Drac (“Drachenhöhlen”), die einen Ausgang zum Meer haben. Ihr Eingang liegt nur circa 27 m über dem heutigen Meeresspiegel. Die Großform der Höhle ist höchstwahrscheinlich das alleinige Werk des Meeres und seiner zahlreichen Wasserspiegelschwankungen. Aber ihre Feinmodellierung und -ausstattung mit Tropfsteinen, die von der Höhlendecke nach unten (Stalagtiten) und vom Höhlenboden nach oben (Stalagmiten) einander entgegen wachsen, ist das kunstvolle Ergebnis von Verkarstungsprozessen durch eindringendes Regenwasser.

Wissenschaftliche Sensation und besondere Attraktion ist der Llac Martel, ein 177 m langer, 44 m breiter und 9 m tiefer See mit einer konstanten Wassertemperatur von 20 °C. Der nach seinem französischen Entdecker im Jahr 1896 benannte See steht mit dem Meer in Verbindung, weshalb sein Wasser leicht salzhaltig ist. Die Drachen- und auch die übrigen Höhlen von Porto Christo sind das wohl eindrucksvollste für Besucher zugängliche Beispiel des unterirdischen Karstformenschatzes auf Mallorca. Für Geologen und Höhlenforscher stellen sie übrigens ein Fenster mit direktem Blick auf die Entstehungsgeschichte der Insel dar. Noch aber hat die Insel genügend Potenzial an weitgehend unerschlossenen, natürlichen, naturnahen und traditionellen Landschaftselementen, dass sie den Besucher über alle bisherigen Eingriffe hinwegsehen lässt. Das vielfältige Urlaubsangebot lässt keine Wünsche offen. Die nur 3560 km² große Insel ist groß und großherzig genug, um viele Touristen gleichzeitig aufnehmen zu können und ihr individuelles Urlaubsglück finden zu lassen: Wandern zwischen Bergen und Buchten, Segeln und Surfen, ewig in der Sonne schmoren, abends auf die Pauke hauen, richtig sanfter Tourismus auf alten Fincas, Radwandern, Golfen, zum Beispiel in Can Picafort. Und dabei kommen sich die unterschiedlichen Interessengruppen nicht einmal gegenseitig ins Gehege, wenn sie nicht wollen.